Die letzten Tage waren kalt🥶. So ungewohnt nach dem langen, heißen Sommer🌞. Schönes Wetter und Sonnenschein waren schon so selbstverständlich, dass ich mir die kalte Jahreszeit gar nicht mehr so vorstellen konnte. Wie oft war es mir in diesem Sommer zu heiß, wie oft habe ich mir gewünscht, dass es regnet, für die Natur. Und jetzt, plötzlich ist es so kalt. Eigentlich mag ich ja Kälte, aber im Wohnzimmer 17 Grad? Da kommt doch der Wunsch auf, die Heizung anzudrehen. Doch diesen Winter 🧣habe ich mir vorgenommen, weniger zu heizen, wegen der Energiekrise und wegen des Klimas. So geht es wahrscheinlich vielen Menschen in diesem Krisenjahr. Doch ich merke jetzt schon, wie schwer mir das fällt. Noch bin ich stark geblieben, aber ich friere und fühle mich nicht wohl. Es drückt auf mein Gemüt und bringt mich aus meinem inneren Gleichgewicht.

Dies ist nur eine Kleinigkeit – ein paar Grad weniger zuhause – und doch hat es so eine starke Wirkung.

Die Frage nach dem inneren Gleichgewicht stellen wir uns oft nicht. Wir merken zwar, dass irgendetwas nicht stimmt, doch gehen wir im Alltag selten in die Tiefe, um herauszufinden, wo wir aus der Balance ⚖️ gekommen sind. Wir verdrängen und machen so weiter wie immer und hoffen, dass es besser wird. 

Unser Wohlbefinden besteht aus einem ständigen Wechsel zwischen Reiz und Reaktion, Angst und Bewältigung, Herausforderung und Lösung. 

Gerade im Alter gibt es viele Ängste und Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen. Dem Verfall des eigenen Körpers, dem Verlust an Kraft und Energie, dem stärkeren Bedürfnis nach Ruhe, Verletzungen, Krankheiten, Schmerzen und … 

Unser Gehirn ist in seiner langen Evolutionsgeschichte auf Energiesparen programmiert. Deshalb haben wir es gerne bequem und tun uns mit Veränderungen erstmal schwer. Denn wir haben über die Jahre Lösungskonzepte für vieles entwickelt, die wir immer wieder anwenden. Wenn es kalt ist, machen wir die Heizung an und denken gar nicht weiter darüber nach, dass es ja auch Alternativen gäbe, mit dem Problem umzugehen. 

Und diese Bequemlichkeit nimmt im Alter zu. Unser großer Erfahrungsschatz macht uns zwar gelassener, aber er kann uns auch unflexibel machen. Frei nach dem Motto „Das haben wir immer schon so gemacht“. 

Aber das innere Gleichgewicht braucht Herausforderungen, die gemeistert werden müssen. Und die gute Nachricht ist, dass sich die Nerven bis ins hohe Alter neu verknüpfen können. Nur Genießen, macht nicht glücklich, denn es fehlt etwas, das bewältigt werden muss. Gerald Hüther empfiehlt, die „Tätigkeit“ als Chance zu sehen, sie positiv zu besetzen. Sich, um etwas zu kümmern. Offen zu sein für Neues, mutig Herausforderungen anzunehmen.

Denn viele Lösungskonzepte, die wir im Kopf haben, sind mit zunehmendem Alter nicht mehr möglich oder auch nicht mehr sinnvoll. Doch anstatt sich zu grämen und nichts zu verändern, macht es Sinn, mal das Alternativkonzept auszuprobieren: Annehmen, was ist und neue Wege gehen. Yoga 🧘🏻‍♀️ statt Marathon🏃🏼‍♀️, ehrenamtliches Engagement statt Fernreise🏝, weniger Pflicht, mehr Traum. So bleiben wir lebendig und finden unser inneres Gleichgewicht. 

Hast du Lust bekommen, dein inneres Gleichgewicht zu erforschen? In die Tiefe deiner Seele zu schauen?

Dann hilft dir vielleicht diese kleine Meditation: 

Suche dir einen Ort, an dem du ungestört bist. Finde einen aufrechten, bequemen Sitz auf einem Stuhl oder einem Kissen. Schließe die Augen. Nimm deinen natürlichen Atem wahr, da wo du ihn am besten spüren kannst. Stell dir jetzt vor, du bist an einem See. Es weht ein starker Wind💨, der die Wellen 🌊 aufpeitscht. Das Wasser ist undurchsichtig, grau und aufgewühlt. Tauche in dieses Bild ein für ein paar Momente. 

Stelle dir dann vor, dass der Wind langsam nachlässt, die Sonne ☀️ kommt heraus, die Wellen werden immer flacher bis die Oberfläche des Wassers ganz ruhig wird. Die aufgewühlte Erde sackt immer mehr nach unten, der See wird immer klarer bis du auf den Grund des Sees schauen kannst. Tauche ein in dieses Bild der Klarheit. 

Denn so ist es auch mit unseren Gedanken, sie rasen wie ein Sturm in unserem Kopf und lassen uns nicht zur Ruhe kommen. Der Atem hilft uns, ruhiger zu werden und klarer zu werden. Nur dann können wir in der Tiefe unserer Seele sehen, erkennen, wie es uns wirklich geht.

Konzentriere dich jetzt auf deinen Atem, atme tief in den Bauch, lasse dann die Ein- und Ausatmung gleich lang werden. Atme auf 4 Zähler ein und auf 4 aus. Lege nach jeder Ein- und Ausatmung eine kleine Atempause ein. Mache das so lange, bis dein Geist klar und ruhig geworden ist.

Was siehst du?

Wenn du Lust auf mehr bekommen hast, dann komme doch zu meinem 4- Wochenkurs „Positive Aging Yoga“ im November. Jeweils Donnerstags von 18.30 -19.30, Live auf Zoom. Ich freue mich auf dich!

Ich wünsche dir viel Erfolg auf deinem Weg zum inneren Gleichgewicht in diesen herausfordernden Zeiten.

Deine Sabine 💟

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